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Geschichten die mein Leben schrieb.

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Re: Geschichten die mein Leben schrieb.

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Beitrag von businesskasper »

Eieieiei, ein Spannungsbogen, aber der unerwünschten Art.
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Re: Geschichten die mein Leben schrieb.

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Beitrag von campari »

Na, würde sagen: Glück gehabt, dass es dir nur den Podex verklopft hat. Bin gespannt auf deine Perspektive auf Mugello.
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Re: Geschichten die mein Leben schrieb.

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Beitrag von Daniel »

Tag 19 - 21
Es sind noch zehn Tage in dieser Saison zu fahren.

Die Fragestellung war gross:

A. Motor auftreiben und den Mech jagen?
B. Den Mugello-Termin absagen und uns etwas Zeit geben?
C. Den Rest der Saison absagen und wir haben reichlich Zeit?
D. Neuen Töff kaufen und alle Termine wahrnehmen.

A war in der Kürze nicht möglich. Es gibt schlicht keine Motoren auf dem Markt.
B konnte ich Rene nicht antun. Der hat mich alle zwei Tage angerufen und gefragt, was ich nun mache.
C sowieso nicht.
D hier musste ich taktisch vorgehen, um meine Frau nicht zu verärgern.
Ich habe meine Frau unterschätzt. Sie wusste von Anfang an, dass es D wird. Da stand noch eine gute R1 in der Umgebung von Solothurn herum. Zufälligerweise hatte damals mein Mech diese aufgebaut. Also habe ich diese abgeholt und meinem Mech zur Überprüfung in die Halle gestellt. Er machte noch einen neuen Kettensatz drauf. Kontrollierte dies und das. Er erteilte sein OK und ich kaufte die Wunderwaffe. Jetzt musste ich nur noch in die Ferien und warten. Der Termin war nach den Ferien. Das macht man immer so. Denn, wenn man stürzt oder was kaputt geht, sind die Ferien schwieriger. So konnte ich mich in Cannes auf Mugello freuen. Klingt dekadent.
Etwas Aufwand von meiner Seite war auch gefragt. Es waren Pirellis drauf und ich fahre Dunlop. Nicht den schnellen, aber selbst der ist unterschiedlich zum Pirelli. Bis ich die beiden drauf hatte. Das war eine Übung. Einmal drauf und gemerkt, er ist verkehrt drauf. Hinten wie vorne. Da kann ich mich dann ab mir selber aufregen.
Alles bereit und das Material verladen. Frau eingepackt und los.
Wegen des Ferienverkehrs überquerten wir den Pass. Erst musste ich den italienischen Motorradfahrer und sogleich einen deutschen VW T6 weg hupen. Ab da war die Strecke frei und ich im Flow. Die Grenze nahm ich wie immer auf der rechten Fahrspur. Ist für LKW und Gespanne. Immer frei. Danach alles flüssig bis Mugello. Rene hatte reserviert und wir stellten schnell auf. Anmeldung und Kontrolle war bei CR-Moto schnell abgehandelt.
Geilster Satz beim Brifing: “Der Chef hat keine Lust, das Brifing auf deutsch zu halten.Somit mache ich es auf englisch. Wer es nicht versteht, soll googeln.”
Noch den Kleber auf den Helm und los geht es. Mit der neuen Wunderwaffe. Einfach mal los und schauen was geht. Es geht nicht viel. Im ersten Turn gleich zwei mal in den Begrenzer gekommen, weil ich die Gänge fünf und sechs nicht rein bekam. Also in der Pause den Hebel neu eingestellt. Der zweite Turn war besser, aber noch nicht perfekt. Nochmals etwas korrigiert. Es war eine lange Tankhaube montiert. Das passt überhaupt nicht. Diese weg und die etwas kürzere montiert. Etwas besser, aber immer noch nicht gut. Ja, dann halt ohne Haube. Am schwarzen Tank war bereits Stomp-Gripp geklebt. So gefällt es mir.
Nächster Schritt. Fahrwerk. Scheisse ist das hart. Klar, wenn der Kollege so schnell ist, bewegt sich das sicher. Für mich war es, als ob es direkte Stahlverbindungen gäbe zwischen Rahmen und Schwinge. Die Gabel gefühlt auf Block, aber im ausgefahrenen Zustand. Das bei 103 Kilo nackt nach der Toilette am Morgen! Für diesen Zweck habe ich zwei Koryphäen aufgeboten. Eigentlich nur einen. Der Henning aus dem R4F und Mätu ist freundlicherweise vorbeigekommen. Nachdem es nun nicht mehr steinhart war. versuchte ich mich in der gepflegten Sitzposition. Leider wollte es einfach nicht werden. Ich sass immer noch auf dem Töff wie ein Fremdkörper. In den Kurven war mir wohler als auf der Sugi, aber ich war immer noch im Blindflug. Ok, neue Taktik. Wenn das Knie nicht zum Asphalt reicht. Verlängern wir halt das Knie. Ich packte die Regenschleifer aus (die sind 5cm dick) und versuchte es mit ihnen. Ha, rechts hat es gechliffen. Geht doch. Noch ein Turn mit dieser Massnahme. Dann wieder die normalen drauf. Jetzt geht es auch mit den Normalen. Ich bin stolz auf meinen Einfallsreichtum. So kämpfte ich mich auf fast 2:20 runter. Ja, der Mätu fährt etwas schneller. Egal, ich hatte endlich wieder mal Spass auf der Strecke. Am späteren zweiten Tag hatte Rene noch seine Szene. Er kam zu Fuss. Nicht sehr elegant. Das lag nicht an der Bekleidung, sondern an der Szene. Rene kam mit dem letzten Tropfen Sprit aus dem Turn. Stotterte in die Ausfahrt. Da stand ein Tourist im Weg. Als er diesen umkurvte, ging prompt der Motor aus. Sofort klappte sein Vorderrad ein und er stürzte im Fahrerlager. Dabei klemmte er sich den rechten Fuss unter der Fussbremse ein. Der Hebel war dann verbogen und sein rechter Fuss geschwollen. Für heute war genug. Am dritten Tag quetschte er den Fuss in den Daytona. Ging unter Schmerzen. Am dritten Tag war ich noch mit Spass unterwegs. Das Rennen wurde mangels Interesse abgesagt. Logisch, wenn es erst um 16:50 Uhr angesetzt wird. Zusammenpacken und gepflegt nach Hause. Durch Italien sind wir geflogen. Ab Lugano wurde es anstrengend. Mit einem permanenten Abstand von fünf Kilometer sah ich ein Blaulicht vor mir. Die ganze Zeit fuhren wir 50 - 70 km/h. Es war kein Stau am Gotthard gemeldet. Das kann nicht sein. Beide Fahrbahnstreifen voll. Meine Frau schaute auf der TCS-Seite nach. KEIN STAU. Webcam vor dem Loch. Keine Autos! Ich bin im Tatzelwurm nach oben gefahren. Um 23:00 wurde das Tunnel geschlossen. Als wir oben waren, dann die Auflösung. Mehrere Schwertransporter warteten auf die Durchfahrt. Diese haben auch die ganze Fahrt verzögert. Jetzt kann es endlich rauschen. Fehlprognose. Die Axenstrasse war auch geschlossen und keiner hat was gesagt oder geschrieben. Da nochmals 25 Minuten mit Anstehen verloren. Dann halt wenden und durch Luzern. Das hat wenigstens geklappt.
20 - 22, 02 Andalusien / 14 - 15, 03 Cremona / 11 - 12, 04 Misano / 01 - 03.05 Brünn / 15 - 16.05 Mugello / 30 - 31, 05 Hockenheim / 11 - 12, 07 Ledenon / 8 - 9, 08 Dijon / 29 - 30,08 Cremona / 11 - 12, 09 Spa / 2 - 4, 10 Ledenon
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Re: Geschichten die mein Leben schrieb.

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Beitrag von campari »

Daniel hat geschrieben: Mittwoch 11. März 2026, 22:50 ...Das Rennen wurde mangels Interesse abgesagt. Logisch, wenn es erst um 16:50 Uhr angesetzt wird. ...
Hatte ich fast vergessen. Ich wollte doch fahren. :cry:

So war es wohl besser, mit früher Einpacken, denn die Autofritzen kannten ja überhaupt kein Pardon.
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Re: Geschichten die mein Leben schrieb.

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Beitrag von Daniel »

Tage 22 - 23
Dijon mal gemütlich. Für Dijon muss man nicht früh los. Vier Stunden erwärmen nicht mal meinen Diesel. Die Anfahrt war so locker. Meine Tochter begleitet mich an diesem Wochenende. Wie es so ist mit den jungen Leuten. Schweigen im Auto, weil sie die ganze Zeit Kopfhörer aufhaben. Somit bin ich mit mir gefahren. Ohne Konversation. Dafür zügig. 21.10 Uhr abgekommen. Was mache ich mit der Zeit? Kurz vor dem Büro angehalten und mich angemeldet. Danach die R1 ausgeladen und sofort zur technischen Kontrolle. Der Kontrolleur hat noch gegessen. Nach einiger Zeit prüfte er meinen Töff. Und da haben wir schon den ersten Spezialisten. Nicht der Kontrolleur, sondern ein Zaungast. Welcher bemerkte, dass mein Vorderreifen falsch montiert ist. Gemäss dem Profil nicht, aber der Pfeil zeigte in die falsche Richtung. Das habe ich bei der Montage natürlich gesehen und habe mich an das Profil gehalten. Der Spezialist meinte, der Pfeil ist zwingend. Wegen der Karkasse.
Als Konsequenz habe ich den Reifen am nächsten Morgen gedreht. Ich hatte noch mehr Arbeiten zu erledigen. Den DB-Killer einbauen. Beim Akra habe ich auf der Seite ein Gummistopfen. Den entfernen und die Schraube eindrehen. Ich wusste, es wird mir im montierten Zustand nicht gelingen. So war es dann auch. Also den ganzen Schalldämpfer entfernen. Jetzt klappt es. Nun den Schalldämpfer wieder montieren. Untere Feder mit der Zange fassen und ziehen. Zack, die Feder löst sich und landet in der Bugverkleidung. Kein Problem, sie ist noch da. Obere Feder, fassen, ziehen und zack. Die Zange löst sich, nimmt Schwung auf und knallt mir voll auf die Nase. Kurz in mich fühlen und sofort den Arbeitsplatz verlassen. Die Nase hat nicht getropft. Es floss in Strömen. Nun der leichte Ruf an meine Tochter. Sie möge mir helfen. Ohne Reaktion. Die Nachbarin brachte mir dann ein Haushaltspapier. Später hat mir meine Tochter gestanden, sie habe im Traum meinen Hilferuf gehört. Sich aber geweigert, in die Kälte zu kommen. Unsere Erziehung halt. Das weitere Schrauben konnte ich erfolgreich und ohne weitere Verletzungen abschliessen. Den ersten Turn habe ich aus eben den monierten Temperaturen ausgelassen. Nicht nur meine Tochter, auch Dunlop mag es nicht kalt. In der Nachbarschaft gesellte sich Boo dazu. Er ist noch immer in der Abklärung mit seiner BMW. Der Blipper macht seine Arbeit im Fahrerlager, aber auf der Strecke streikt er. Neben mir war noch ein Fahrer, dem fehlte der rechte Fuss bis unters Knie. Unfallursache war ein Highsider auf der Strasse. Jetzt fährt er nur noch auf der Rennstrecke. Interessantes Umfeld.
Ab dem zweiten Turn griff ich in das Geschehen ein. Sehr zaghaft. 1.42. Ich fühlte mich immer noch als Gast im Pendolino. Nun zur alten Taktik. Jedem ein wenig folgen und schon wird man schneller. So kämpfte ich mich am Samstag auf 1.38. Der Zeitplan von Moto Center Thun bietet reichlich Freizeit. Um 17.00 ist für alle Schluss. Da habe ich mit dem Industriefön die Folie entfernt. Gelb ist nicht meins. Dann noch den hinteren Reifen gewechselt. GP-Racer Slick. Seit langem wieder einmal ein Slick. Weshalb? Weil profilierte Reifen auf einem Vollgerät scheisse aussehen. Nun das Highlight vom Wochenende. Ich habe mich seit Wochen auf das Restaurant gefreut. Ich, frisch gestylt, mit meiner Tochter ins Lokal. Dort angekommen. SORRY alles voll. Deren HP ist leider down und ich konnte nicht reservieren. Ich hätte anrufen sollen. Natürlich, bei meinen französisch Fähigkeiten. Freundlich wie sie waren, haben sie mir dann eine Alternative genannt. Nochmal 12 Minuten Fahrt, um da den selben Satz zu hören. Frustriert bin ich zurück ins Fahrerlager zu Brot, Käse und Landjäger. Ich war mächtig frustriert. Boo war auch “not amused”. Seine BMW wollte nicht und somit ist Boo wieder abgereist. Der Sonntag sollte regnerisch werden. Ist er aber nicht. Ha, meine Wetter-App hat gewonnen. Wieder den ersten Turn ausgelassen.
Soll noch einer sagen Design macht nicht schnell. Meine Zeiten reduzierten sich auf regelmässige 1.37. Was mich aber irritierte, war der Gasgriff. Ich hatte das Gefühl, ich müsse beim Schliessen aktiv zurückdrehen. Im Paddock habe ich gesehen, dass der Griff auf dem Zubehör Stummel keinen Halt hat. Muss ich halt den Griff etwas lockerer handhaben. Dann noch die Kopfschmerzen. In dieser sehr sportlichen Haltung muss ich den Kopf extrem in den Nacken pressen. Dies lösst eine extreme Verkrampfung im ganzen Schulterbereich aus. Mit nur mässig Alkohol am Vorabend. War ja keiner da zum saufen. Alleine finde ich es etwas asozial. Der Slick hatte ein perfektes Bild. So bekam ich auch Vertrauen in die ganze Fuhre. Nur wurden meine Sessions immer kürzer. Die R1 ist einfach anstrengend. Im zweitletzten Turn zauberte ich noch eine 1:35 auf den Laptimer. Der letzte war dann nur noch zum Beweisen, dass ich fertig bin. Sowas von. In der Zwischenzeit hat sich das Fahrerlager gelehrt. Kein Grund zur Eile. Ein Schwenker Richtung Dijon Stadt. Erst tanken und dann beim goldenen M eine warme Mahlzeit abholen. In Frankreich ist das M weniger goldig als bei uns. Man, war das trocken. Ich brauchte 5dl Colla für den Verzehr. Der Rest war Heimfliegen. Konversationslos. 21.15 zu Hause.
20 - 22, 02 Andalusien / 14 - 15, 03 Cremona / 11 - 12, 04 Misano / 01 - 03.05 Brünn / 15 - 16.05 Mugello / 30 - 31, 05 Hockenheim / 11 - 12, 07 Ledenon / 8 - 9, 08 Dijon / 29 - 30,08 Cremona / 11 - 12, 09 Spa / 2 - 4, 10 Ledenon
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Re: Geschichten die mein Leben schrieb.

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Beitrag von businesskasper »

Immerhin hat sie nicht gerufen "Stell dich nicht so an, ich bin hier das Mädchen"
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Beitrag von Daniel »

Tag 24 - 25
Cremona mit Gully ist gebucht. Dann gehen wir halt. Ich war gar nicht motiviert. Am Wochenende davor habe ich einen spontanen Ausflug an den “Ballermann” gemacht. Das war geil. Nun denn, gebucht ist gebucht. Meine Tochter hat mich begleitet. Die ganze Woche war irgendwas los, so konnte ich natürlich nichts vorbereiten. Cremona ist ja nicht weit. Somit reicht das, wenn ich am Freitag Nachmittag etwas früher abschleiche und packe. So kam es natürlich auch raus. Natürlich habe ich die Unterzieher vergessen. Wie gesagt, ich war unmotiviert. Somit hat es mich gar nicht gross gestört. Was mich mehr ärgerte war, dass die rechtzeitig bestellten Slicks nicht eintrafen. Das mag ich gar nicht. Ja, ich fahre jetzt Slicks, weil auf der Höllenmaschine sehen profilierte Reifen scheisse aus. Zu den profilierten plobte letztens ein Video auf, in welchem die unterschiedliche Profilierung von vorn und hinten erklärt wurde. Man lernt nie aus. Die Anreise war wenig spektakulär und trotzdem etwas gedrängt. Gully schreibt ja jeweils, dass der Pförtner um 23.30 Uhr seinen Posten verlässt und abschliesst. Somit war die Zieleinfahrt zeitlich definiert. Den Schwenker über den Bernina und die sieben Baustellen in Italien muss man ignorieren. Meine Tochter hat super reagiert und das Trinken ab Chiasso eingestellt. Nicht dass sie noch eine Toilettenpause benötigt. Souverän um 23.31 haben wir die Ziellinie überfahren. Natürlich hat sich der Pförtner nicht an die Arbeitszeiten gehalten. Es trudelten noch reichlich Mitstreiter bis um 01.00 Uhr ein. Wieso weis ich das? Weil ich noch fertig aufstellte. Während die Frucht meiner Lenden (Zitat Bundy) sich schlafen legte.
07.00 wie gewohnt den Wecker erschlagen. Scheisse geht es mir nicht gut. Den ersten Turn lasse ich aus technisch-taktischen Gründen aus. Dunlop hat wie meine Tochter nicht gerne kalt. Wenn der Reifen wegen der Kälte aufreisst, kann ich einen überteuerten Schwachsinn kaufen. Gut, der nächste wird es. Die Piste kenne ich, also los. Einmal links, dann links. Dann rechts,rechts,rechts, lange Gerade dann rechts. Dann scharf links und wieder rechts. Dann die scheiss Linke, die ich nicht kann. Dann lange Gerade. Ich dös so vor mich hin. Da fliegt mir ein blinkendes gelb entgegen. Was soll die Lampe? Ich überlege. Beim Überlegen merke ich, dass ich den Bremspunkt verpasst habe. Ich sehe mich schon fast beim Kollegen im Kies. Das konnte ich gerade noch verhindern. Sofort wieder raus. Leichte Konzentrationsschwäche. So geht das nicht. Im nächsten Turn habe ich mir einen Vorfahrer erkoren. Ich bin einfach den ganzen Turn hinter dem mit genügend Abstand gefolgt. Zeit war unwichtig. Es geht ums Überleben. Den Turn nach dem Mittagessen liess ich sausen.
Nun kam das Rennen. Ich war mit Abstand der Erste in der Boxengasse. So richtig allein. Nicht mal die Damen von Gully kamen mit dem Schirmchen zur Unterstützung. Selbst als alle da waren, gabe es neben mir links wie rechts mindestens vier leere Plätze. Die Einführungsrunde ging gerade noch. Ab Start wurde es schwierig. Ich verlor den Anschluss und die Konzentration in gleichem Masse. Also Übungsabbruch. Die Spitzengruppe war bereits nicht mehr weit hinter mir.
Dafür hatte ich Zeit für die Motorradpflege. Waschen, trocknen, legen. Zum Essen gingen wir in eine lustige Pizzeria in der Umgebung. Wieder im Headquarter legte ich mich hin und war weg. Die ganze Nacht durchgeschwitzt.
Den ersten Turn wieder Reifen geschont. Beim zweiten Mal, erste Versuche gestartet etwas Tempo aufzubauen. Das Tempo hab ich liegen gelassen aber wenigstens kontrolliert durchgefahren. Den Dritten habe ich auch absolviert. Im ähnlichen Stil. Mittagspause.
FÜR ALLE.
Der Möchtegern Rossi neben mir musste tatsächlich seine Buntstift-Parade in der Ruhezeit warmlaufen lassen. Natürlich kein gemütliches Brummen. Sondern mit intensiven Gasstößen. Dies wurde selbst einem seiner Landsmänner zu viel. Der hat ihn dann eingeteilt. Noch besser. Der fährt mit mir in der Wanderschikanen-Gruppe.
Wie es der Zufall will, überholt der mich in meiner In-Lap. Schauen wir mal, was der kann. Ich konnte ihn halten, also nicht viel. Auf der Gegengeraden habe ich den aufrecht sitzend eingeholt. Sehr gut. Für diese Situation habe ich die Höllenmaschine gekauft. Jetzt die ganze Runde nicht viel verlieren und auf der Geraden mache ich “dä Löli” mit ihm. Gesagt, getan. Meine scheiss links vor der langen Geraden war das einzige Hindernis.
Es reichte locker. Eine sehr hohe Genugtuung kam bei mir auf.
Dann noch paar Runden vorfahren und immer wieder auf der Geraden sich von ihm entfernen. So dass es nirgends reicht. Irgendwann ist mir halt die Energie ausgegangen. Aber ich hatte meinen Spass. Der hat mich enorm genervt. Der letzte Turn wurde noch während meiner In-Lap auf Rot gestellt. Gleich zwei haben sich abgelegt. Ich wartete noch zehn Minuten in der Boxengasse. Dann liess ich es sein.
Zusammenpacken und heim rasen. Ich glaube, nächstes Wochenende bleibe ich mal bei meiner Frau. Sicherstellen, dass die Schlösser nicht getauscht werden. In zwei Wochen ist drei Tage Ledenon. Mittlerweile sind auch die Reifen angekommen.
20 - 22, 02 Andalusien / 14 - 15, 03 Cremona / 11 - 12, 04 Misano / 01 - 03.05 Brünn / 15 - 16.05 Mugello / 30 - 31, 05 Hockenheim / 11 - 12, 07 Ledenon / 8 - 9, 08 Dijon / 29 - 30,08 Cremona / 11 - 12, 09 Spa / 2 - 4, 10 Ledenon
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