campari hat geschrieben: ↑Donnerstag 26. März 2026, 15:18
turbostef hat geschrieben: ↑Donnerstag 26. März 2026, 14:14
campari hat geschrieben: ↑Donnerstag 26. März 2026, 13:52
Abschied von der Strecke. Vielleicht optimiere ich lieber noch ein wenig Mugello oder so. Ich finde, mit dem, was ich hier erreicht habe, kann ich sehr zufrieden sein.
Man sollte generell immer Mugello optimieren
Wenn das nicht so Sch*** teuer wäre. Mir tut immer noch das linke Handgelenk weh von meinem Abflugs-Not-aus dem Weg-Boxen. Ich denke auch da wäre viiiiiiel mehr drin mit deutlich mehr Runden.
Aber da kann ich grad nichts machen. Muss erstmal sehen, ob ich noch ne sponsernde Arbeit hab in 2027.
Mit genug Runden kann man sich eigentlich relativ gut an 2:05 ranrobben. Selbst mit beschränktem Talent. Man muss nur ein paar Schlüsselstellen verstehen.
Danach wird es zäh Zumindest für mich
Ich hatte aber auch Leute in der Box, die sich beim ersten Event nach 3 Tagen unter 2:00 geschraubt haben.
Blöde Wich.....
Zum Thema Kosten:
Ja, Mugello ist eine Edelnutte. Und die wollen bekanntermaßen bezahlt werden
Aber Sicherheitskonzept, höchst-professionelle Streckenwarte usw. Das kostet halt Geld.
Ist am Red Bull Ring ja nicht anders.
Wenn man in Grobnik in den Acker fährt, weil keinerlei Auslauf besteht und man dann die Kiste zerstört ist es langfristig auch nicht billiger
campari hat geschrieben: ↑Donnerstag 26. März 2026, 07:58
Ich löse auf: es ist eine Flaschenbürste.
Das wäre meine erste Antwort gewesen, fand ich aber zu profan und deine angedeutete Funktion hab ich mich nicht getraut aufzuschreiben.
Um ehrlich zu sein, so ein Teil lag tatsächlich schon mal in einem von mir gebuchten Apartment auf der Spüle.
Erfahrung ist eine gute Sache.Leider macht man sie erst kurz nachdem man sie gebraucht hätte!
So oder so ähnlich sah es am Donnerstag, 26.3. aus im Motorland Aragon. Der Himmel war blau, die Sonne strahlte vor sich hin, aber es blies ein arktischer Wind vor sich hin, dass man meinen könnte, Mr Craig käme gleich aus dem Schneegestöber hervorgesprungen, um das geheime Versteck von Herrn Waltz zu erstürmen.
Es gab kein geheimes Versteck. Es gab Leute, die gestern Hunderte von Kilometern angereist waren, um heute zu fahren. Ich gehörte nicht dazu. Ich war angereist, um heute nicht zu fahren. Die kürzeste Anreise hatte vermutlich ich, von daher gab es auch keine Zeitnot. Ich hatte gestern alles eingekauft, also fast alles - wie ich heute feststellte - denn es fehlte ein gutes Steak für das Bratwurstbratgerät, was mir der Onkel vermittelt hatte. Aber das Wichtigste hatte ich dabei: eine gute Flasche Rotwein und einen Korkenzieher. Wobei das Letztere natürlich am Wichtigsten war, wie Erfahrungen aus Jerez gezeigt hatten.
Ich war zu einer Fahrerbesprechung gegangen, um heute nicht zu fahren. Diesmal hielt Jose den Vortrag. Vonseiten Motorraid war alles tipptopp organisiert. Ich hatte einen Gruppenaufkleber mit einem "B", was ich gern in ein "A" getauscht hätte, um heute nicht zu fahren. Während sich die anderen Teilnehmer mühsam mit dem kalten Boden und dem Wind abmühten, suchte ich im Alcampo ein feines Chuleton aus. Wenn schon, denn schon.
Danach freute ich mich darüber, wie viel noch in einer Weinflasche drin sein kann, wenn man sie selbst öffnet. "No alcool is allowed in Motorland". Klaro. Nach der Nummer mit dem Nachtwächter, der mich mit dem Kommentar "you finisss your coffee and then you go" von vor dem Pförtnerhaus vertrieben hatte, während ich erstaunt die Weinflasche wegstellte, war das hier entweder Kaffee oder Traubensaft. War doch eh egal, wenn man hier offensichtlich angetrunken über öffentliche Straßen geschickt wird.
Am meisten hatte ich mich heute aber darüber gefreut, dass meine neuen Nachbarn, Lara, Sascha, Kevin (der im Laufe der Veranstaltung irgendwie inspiriert durch den kräftigen Kevin in den klobigen Kevin umdefiniert wurde) und Eike so angenehme Zeitgenossen waren. Und tapfer waren sie noch dazu. Egal wie fassungslos ich sie ansah, sie zogen sich immer wieder ihre Sachen an und befuhren diese Strecke, die in meinen Augen heute unfahrbar war.
Vielleicht war sie auch nur für mich unfahrbar. Um 13 Uhr hatten wir noch nicht einmal 13°C. Es war windig, und der Boden war immer noch kalt. Wenn man sich vorstellt, wie man mit einer R6 für eine Zeit unter 2:08 fahren muss, dann kann man sich ganz gut vorstellen, dass dabei ohne sehr geeignete Reifen sehr wahrscheinlich ein kkrrrrrrrrrrrrrrrrrkscchhhhhhhhhhkkk herauskommt.
Dieses Geräusch war am 26.3. öfter zu hören. Nur von mir, daher sollte es nicht kommen.
Also ließ ich mir die Sonne auf die von Haaren umwehte Nasenspitze scheinen, während ich daran arbeitete, langsam den Zustand einer Schlumpffarbe anzunehmen. Wie gut, dass ich gestern noch einmal duschen war. Ich hatte immer noch die Schlafsachen an. Und niemand hatte davon etwas gemerkt.
Nich einmal ich.
Der 26.3. ging aufs Haus. €/Fahrzeit strebte ganz, ganz stetig gegen unendlich.
In Schlafsachen saß ich dann später beim Onkel in der Box und durfte mitessen. Die Herrschaften schlossen Wetten ab, ob ich denn überhaupt mein kleines Steakli aufgegessen bekäme. Ich hörte so Kommentare wie "so roh in der Mitte?" und "soll ich das nochmal drauflegen?" Beim Zweiten sagte ich dann tatsächlich auch "Ja", denn es brauchte eine Weile, bis ich den Fettrand abgesäbelt hatte, und der Wind wehte auch in die Box kühl herein. Und Sashimi mag ich auch nicht so. Und während ich den Wein weiter vernichtete und vor mich hinkaute, hörte ich Geschichten über kalten Asphalt, harte Dunlop-Vorderreifen und rechtsseitige Stürze. Oh. Hatte ich gar nicht gesehen. Die schöne R1 in der Box, die voll davon war - inklusive des Seriengerätes, mit dem Herr Morosi trainierte - hatte die rechte Seite ganz zerkratzt. Und dabei war gerade alles neu gewesen. Ich höre auch Geschichten über Motoren, die spontan "rasselten". Aber zum Wohle der Umwelt ein paar Turns auslassen, vielleicht noch so 12, warum nicht. Veranstaltungstag 1 war vorbei und hatte schon Tribut gefordert.
Ich hatte nur einen Schwips und ein sehr gutes Steak. Am Freitag sollte es wieder etwas wärmer werden. Wir würden sehen.
"Wir sehen uns morgen in der Zeitenliste". Das hatte mir der Onkel mit auf den Weg gegeben. Ja, sicher, sähen wir uns. Aber doch nur, wenn es Sinn hatte. Im Gegensatz zu allen anderen hier, hatte ich genau hier schon das gute Wetter. Es war komplett sinnbefreit, ein dermaßen großes Risiko einzugehen, um nicht einmal schnell fahren zu können. Was sollte ich da trainieren? Möglichst elegant ablegen?!? Selbst mit weniger Wind und etwas höherer Temperatur war mein Vorderrad schon grenzwertig warm, als es um 10/11 noch kühl war.
Es mussten bei diesem Wind zwei Bedingungen erfüllt sein: der Boden musste weit über 10°C haben, und die Luft mindestens 15°C. In der Praxis bedeutete das ein Zeitfenster von Mittag bis 17/18 Uhr. Ich entschloss mich, es später mit dem Fahren zu versuchen. Und bis dahin konnte von unserem Standplatz direkt sehen, wie viele es durch Kurve 2 nicht schafften.
Der Onkel gehörte dazu. Wir sahen uns also nicht mehr in der Zeitenliste. Kurve 2 ist ein Arschloch. Man kommt von der Geraden um die Ecke, legt nach rechts um und bekommt direkt die Windböen ab, die sich - bis man wieder schräg ist - hinter der Leitplanke versteckt haben. Kurve 2 war naturgemäß die, in der die rechte Flanke am kältesten war.
Ich fahre sogar etwas später als geplant, denn weil ich einen leichten Ketchupflascheneffekt beim Öl Eingießen beobachten musste (Merke: Öl vorher warmkuscheln), muss ich nach einer Spritze und einem Schlauch fragen. Und weil ich ganz genau weiß, was da so passieren kann, halte ich den Schlauch gut fest und sauge aus der Öffnung für den Peilstab ab.
Mein erster Turn ist der nach der Mittagspause. Diese Gruppe B ist nicht das, was ich kannte. Der Wind ist nicht das, was ich wollte. Die Gerade und den Berg hochzukommen - faktisch unmöglich. Und dann die Kurven...heute ist mal wieder Kreativlinientag. Am schlimmsten ärgert mich, dass der Wind in Kurve 10/11 so schiebt, dass ich viel zu viele Meter gehen muss. Den leichten Schubs auf Kurve finde ich hilfreich, hilft der doch enorm, endlich mal nicht zu früh einzulenken. Und auch auf der Gegengeraden merke ich den Wind. Nicht nur durch mehr Schub beim Anbremsen/Einlenken, sondern wiederum daran, dass die Linie viel zu weit wird, ich mehrfach den Ausgang nicht treffe und dann üüüüüberhaupt nichts vorwärts geht. Es ist ein Kampf.
Ich hatte mich schon piesacken lassen müssen, dass ich so eine Windmimi bin. Ja, und Bora und Rijeka und....ich fand das überhaupt nicht lustig. Nur hallten diese Worte in meinem Kopf. Ich war eine Windmimi. Und zu meiner festen Überzeugung gehörte, nichts einfach so zu lassen, weil es vielleicht nicht funktionieren könne. Und mir nicht von irgend einer Angst etwas verbieten zu lassen, nur weil ich mich fürchtete. Ich wollte es versuchen. Wenn hier jemand, außer Herrn Morosi, zurechtkam, dann ja wohl ich. Ich hatte 3 Tage trainiert und gefühlte 1000 Runden Aragon hinter mir.
Kurve 2 blieb ein Problem. Ich wollte hier weder schräg durchfahren, noch zu schnell. Aber woher dann der Schwung für den Berg kommen sollte, blieb offen. Ich drehte rechts so viel, wie ich konnte. Der Wind zerrte an meinem Oberkörper und schob die Kanzel hin und her. Das nächste Stück ging eigentlich wie immer, nur Kurve 7, die enge Rechts, hatte in jeder Runde etwas zu bieten. Einlenkpunkt: variabel, Kurvengeschwindigkeit: spontan, Kurvenausgang: überraschend. Dann war nach voller Windfront kurz Ruhe, bevor es in 10 und 11 ging, in der der Wind von hinten seitlich schob. Leider immer vom Innencurb weg. Die ganzen Meter mussten durch Beschleunigungswahn ausgeglichen werden. Dann war wieder kurz Ruhe. Ein wenig wackelte das gelbe Gerät auf der Gegengeraden, aber als es ans Einlenken ging, wurde es kriminell. Es kostete ungleich viel mehr Kraft, das Ding nach Innen zu bewegen und davon abzuhalten, über das Ziel hinauszuschießen. Mehrmals verpasste ich das Rot-Gelb-Gestreifte innen, kurz vor der Boxeneinfahrt, über das jeder immer fahren muss, damit es am Ausgang passt.
Mehrmals passte daher der Ausgang nicht. Es hoppelte über das Rot-Gelbe, es kam leicht auf den Streifen daneben. Und beim Drehen hatte ich Angst, dass mal wieder ein Gaszug reißt. Vorschub schien dennoch auszubleiben.
Und dazwischen immer wieder Leute, die keine Erfahrung mit der Strecke hatten.