Alleinreisend - Alles anders
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über die es sich lohnt zu sprechen!
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- campari Offline
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Re: Alleinreisend - Alles anders
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Irgendwann war ich so nervös, dass ich nicht einmal mehr den Schmerz wahrnahm, den mir der unerwartet frühe Auszug von Bernd bereitet hatte. Da waren wir fast zusammengezogen...es hatten wirklich nur 10 cm gefehlt...und dann ging er einfach. Ohne eine Erklärung. Er packte seine Sachen und zog aus. Nicht einmal ein "es liegt nicht an dir, es liegt an mir", war drin. Er hatte nur ein "es hat einfach nicht funktioniert" für mich übrig. Einfach so abgetan, unsere Zeit zusammen. Ich konnte nur den Kopf schütteln. Wie hatte ich mich nur so in jemandem täuschen können. Es blieb mir nur Herr schraubär. Und diese aufsteigende Nervösität, die mittlerweile den ganzen Kopf füllte.
Ein stehender Start. Ich auf Platz 6. Das war die Innenspur. Hilfe!!!
Nochmal Luftdruck prüfen und auf das absenken, was am Vortag gut war. Noch einmal in den Tank linsen. Noch einmal Airbag kontrollieren. Und noch einmal hinsetzen und durchatmen.
Ein stehender Start. Ich auf Platz 6. Das war die Innenspur. Hilfe!!!
Nochmal Luftdruck prüfen und auf das absenken, was am Vortag gut war. Noch einmal in den Tank linsen. Noch einmal Airbag kontrollieren. Und noch einmal hinsetzen und durchatmen.

Öfter mal die Hände waschen!!!
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Re: Alleinreisend - Alles anders
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Oooooh geht das schon wieder los. Ich hasste stehende Starts. Dafür war ich nicht gemacht. Fliegende Starts hatte man für mich erfunden.
Ich rollte langsam, aber nicht zu langsam in Richtung Reihe 2 ganz innen. Weil Mädchen teilnahmen, so witzelten die Herrschaften um mich herum, war die Distanz auf sieben Runden gekürzt worden. Aber es gab zwei Mal den Auftrag, den richtigen Startplatz zu finden und das würde unendlich viel Kraft kosten. Kein Reifen der Welt würde hier und heute abkühlen, eher das Gegenteil. Durch den Helm zog der Wind, den ich in den Tagen vorher so sehr verflucht hatte, er hatte gezogen und geschoben und Linien optional gemacht. Aber jetzt dankte ich dem Windgott, dass er ein wenig Kühlung an das zwischen den Ohren ließ. Schwarzer Helm. Schwarze Kombi. Super Idee!
Und während ich noch sinniere, wedelt vorn eine Flagge, die Geräusche um mich herum werden lauter - und ich? Ich fahre einfach nur los. Ich kann nichts anderes. Jeden Schatten, der links oder rechts an mir vorbeihuscht, regisriere ich mit einem "ah, ja, der auch" oder "ach, noch einer" und "och, nö, das wird gleich noch mehr". Denn gleich, beim richtigen Start, würde ich noch mehr einfach nur losfahren. also noch einfacher einfach nur los. Und das würde definitiv langsamer.
Ich stehe auf Platz 6, Reihe zwei und höre meinen Atem im Helm. Und den Wind, diesen himmelsgeschickten Wind.
Ich rollte langsam, aber nicht zu langsam in Richtung Reihe 2 ganz innen. Weil Mädchen teilnahmen, so witzelten die Herrschaften um mich herum, war die Distanz auf sieben Runden gekürzt worden. Aber es gab zwei Mal den Auftrag, den richtigen Startplatz zu finden und das würde unendlich viel Kraft kosten. Kein Reifen der Welt würde hier und heute abkühlen, eher das Gegenteil. Durch den Helm zog der Wind, den ich in den Tagen vorher so sehr verflucht hatte, er hatte gezogen und geschoben und Linien optional gemacht. Aber jetzt dankte ich dem Windgott, dass er ein wenig Kühlung an das zwischen den Ohren ließ. Schwarzer Helm. Schwarze Kombi. Super Idee!
Und während ich noch sinniere, wedelt vorn eine Flagge, die Geräusche um mich herum werden lauter - und ich? Ich fahre einfach nur los. Ich kann nichts anderes. Jeden Schatten, der links oder rechts an mir vorbeihuscht, regisriere ich mit einem "ah, ja, der auch" oder "ach, noch einer" und "och, nö, das wird gleich noch mehr". Denn gleich, beim richtigen Start, würde ich noch mehr einfach nur losfahren. also noch einfacher einfach nur los. Und das würde definitiv langsamer.
Ich stehe auf Platz 6, Reihe zwei und höre meinen Atem im Helm. Und den Wind, diesen himmelsgeschickten Wind.

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Re: Alleinreisend - Alles anders
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Brünn. 38°C im Schatten. Die Frisur...wen, bitte, interessiert hier die Frisur?!? Das Schlückchen Wasser, was ich vor Antritt noch kurz als Versanddosage auf den Weg mitnahm und bereits in Kurve 4 heruntergeschluckt hatte, war längst Teil meines Helmpolsters geworden. Es war heiß. Und es dauerte. Und plötzlich war es so weit. Um mich herum ein Geräusch wie von einem wildgewordenen Schwarm Sandwespen. Die Ampel leuchtet rot - und erlischt.
Ich ducke mich erst einmal, sicher ist sicher, und dann wird so einfach wie möglich einfach nur losgefahren. Puh. Das Gelbe rollt. Leider auf Position 11 oder so durch Kurve 1. Ach, je, wie konnte das passieren, mochte sich manch Zuschauer denken. Ich wusste, wie das passieren konnte. Das war völlig normal.
Die Kollegen auf den Plätzen hinter mir waren deutlich bessere Starter, aber dafür auch deutlich langsamer durch die ersten Runden. Und weil es so heiß war und weil wir alle wieder heil nach Hause wollten und vor allem, weil wir - also das Gelbe und ich - noch ein paar Tage hier hatten, war das Motto "flüssig defensiv". Ich gab mir also Mühe aufzuholen. Und dann gab ich mir Mühe, überzuholen und dann hatte ich endlich freie Fahrt. Und dann weiter so. Auf- und überholen. Leider steckte ich kurz darauf wieder fest. Und nachdem ich mir wieder freie Fahrt erarbeitet hatte, war Runde sieben schon vorbei. Warum waren es bloß nicht 10 Runden? Dann hätte meine Standardtaktik aufgehen können: Abwarten und ins Ziel fahren.
Aber hier und heute, hier verfuhr sich niemand. Ich hatte mit meinen exquisiten Startkapazitäten keine Chance. Und so konnte ich mich zwar tüchtig nach vorne fahren, aber verlor im Rennen einen Platz. Insgeheim war ich froh, dass es bei CR Moto nur Stehrumchen-Vollstauberchen bis Platz 3 gab. Dann war es zumindest nicht offiziell peinlich.
Sehr zufrieden war ich damit, in diesem Rennen die 2:17 zementieren zu können, und zwar auf einem besseren Niveau. 2:17,3
Mir war egal, mit wem ich die vergleichen sollte. Der Henning war nicht gefahren, Klaus mit seiner Rakete irgendwo im Bereich von Überschallgeschwindigkeit und der Herr schraubär, der war zwar das Rennen mitgefahren, aber darin tatsächlich deutlich (vier Sekunden oder so) langsamer unterwegs gewesen als am Vormittag. War das nicht eigentlich viel peinlicher?!? Herr Bühn hatte längst ein Update über die erfolgreich absolvierte Peinlichkeit erhalten und war hoffentlich vorbereitet. 2:15...das war machbar. Hoffentlich...
Es war heute übermäßig anstrengend gewesen. Ich merkte auch schon wieder, wie ich aus Überlebensgründen anfing massiv Wasser einzulagern. Die Haut spannte an den Füßen, und das Festivalbändchen am Arm ließ sich nicht mehr frei bewegen. Thorsten hatte es auf den Punkt gebracht:
"Wie du hier vier Tage fahren kannst und immer noch schneller wirst, ist mir schleierhaft."
"Naja, ich fahr ja noch ein paar Tage. Das wird wahrscheinlich so weitergehen" (grins) Was hätte ich da anderes antworten sollen?
Ich ducke mich erst einmal, sicher ist sicher, und dann wird so einfach wie möglich einfach nur losgefahren. Puh. Das Gelbe rollt. Leider auf Position 11 oder so durch Kurve 1. Ach, je, wie konnte das passieren, mochte sich manch Zuschauer denken. Ich wusste, wie das passieren konnte. Das war völlig normal.
Die Kollegen auf den Plätzen hinter mir waren deutlich bessere Starter, aber dafür auch deutlich langsamer durch die ersten Runden. Und weil es so heiß war und weil wir alle wieder heil nach Hause wollten und vor allem, weil wir - also das Gelbe und ich - noch ein paar Tage hier hatten, war das Motto "flüssig defensiv". Ich gab mir also Mühe aufzuholen. Und dann gab ich mir Mühe, überzuholen und dann hatte ich endlich freie Fahrt. Und dann weiter so. Auf- und überholen. Leider steckte ich kurz darauf wieder fest. Und nachdem ich mir wieder freie Fahrt erarbeitet hatte, war Runde sieben schon vorbei. Warum waren es bloß nicht 10 Runden? Dann hätte meine Standardtaktik aufgehen können: Abwarten und ins Ziel fahren.
Aber hier und heute, hier verfuhr sich niemand. Ich hatte mit meinen exquisiten Startkapazitäten keine Chance. Und so konnte ich mich zwar tüchtig nach vorne fahren, aber verlor im Rennen einen Platz. Insgeheim war ich froh, dass es bei CR Moto nur Stehrumchen-Vollstauberchen bis Platz 3 gab. Dann war es zumindest nicht offiziell peinlich.
Sehr zufrieden war ich damit, in diesem Rennen die 2:17 zementieren zu können, und zwar auf einem besseren Niveau. 2:17,3
Mir war egal, mit wem ich die vergleichen sollte. Der Henning war nicht gefahren, Klaus mit seiner Rakete irgendwo im Bereich von Überschallgeschwindigkeit und der Herr schraubär, der war zwar das Rennen mitgefahren, aber darin tatsächlich deutlich (vier Sekunden oder so) langsamer unterwegs gewesen als am Vormittag. War das nicht eigentlich viel peinlicher?!? Herr Bühn hatte längst ein Update über die erfolgreich absolvierte Peinlichkeit erhalten und war hoffentlich vorbereitet. 2:15...das war machbar. Hoffentlich...
Es war heute übermäßig anstrengend gewesen. Ich merkte auch schon wieder, wie ich aus Überlebensgründen anfing massiv Wasser einzulagern. Die Haut spannte an den Füßen, und das Festivalbändchen am Arm ließ sich nicht mehr frei bewegen. Thorsten hatte es auf den Punkt gebracht:
"Wie du hier vier Tage fahren kannst und immer noch schneller wirst, ist mir schleierhaft."
"Naja, ich fahr ja noch ein paar Tage. Das wird wahrscheinlich so weitergehen" (grins) Was hätte ich da anderes antworten sollen?

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Re: Alleinreisend - Alles anders
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Und natürlich selbstverständlich sicher doch stiefelte ich zur Siegerehrung für die Podiaten. Und ich jubelte spontan los. Denn da, fern vom Podium, einfach so in der Applaudiantenmenge, da stand Serdal. Der wollte "mal Speer ausprobieren". Toll! Ich hatte Gesellschaft. Ich hoffte nur, ich würde dranbleiben können.
Und das Beste: er war in der Box nicht weit weg von der Bühnschen Box, in die ich langsam all meinen Krempel räumte. Wem es keinen Spaß Krempel macht, Krempel in eine Box zu räumen und dann wieder in einen Anhänger zu räumen, dem wird es noch weniger Spaß machen, den Krempel von einer Box in eine Box zu räumen, um dann Krempel in einen Anhänger zu räumen. Bei dem ganzen Spaß vergaß ich fast den Trennungsschmerz, den der unerwartete Abschied von Bernd mit sich gebracht hatte. Er war sowieso nicht beziehungsfähig mit seinem 10cm-Abstand. Kein Commitment. Es war nie etwas wirklich ernstes. Wir hatten uns auch nur beiläufig verabschiedet. Ich wusste ja, wen ich antriggern musste, um ihn aufzustöbern. Was in die eine Richtung ging, funktionierte wohl auch in die andere.
Im Fahrerlager wehte jetzt ein anderer Wind. Boxen rappelvoll. Platz vor den Boxen rappelvoll. Im restlichen Fahrerlager Übernachter und gähnende Leere. Die Racing School Europe lud ab. Und ich? Ich ging mit meiner aktuellsten Brünnzeit, die ich hatte, zur Anmeldung. Und mit den Augen eines Connoisseurs reichte man mir den weißen Aufkleber, noch während ich "R6" auf die Frage "was fährst du denn ein Moped?" antwortete. Jawohl. So ging Gruppeneinteilung.
Weitere drei Tage Brünn. Mit zwei Coachingturns und dem festen Vorsatz, definitiv kein Rennen mehr fahren zu wollen.
Und das Beste: er war in der Box nicht weit weg von der Bühnschen Box, in die ich langsam all meinen Krempel räumte. Wem es keinen Spaß Krempel macht, Krempel in eine Box zu räumen und dann wieder in einen Anhänger zu räumen, dem wird es noch weniger Spaß machen, den Krempel von einer Box in eine Box zu räumen, um dann Krempel in einen Anhänger zu räumen. Bei dem ganzen Spaß vergaß ich fast den Trennungsschmerz, den der unerwartete Abschied von Bernd mit sich gebracht hatte. Er war sowieso nicht beziehungsfähig mit seinem 10cm-Abstand. Kein Commitment. Es war nie etwas wirklich ernstes. Wir hatten uns auch nur beiläufig verabschiedet. Ich wusste ja, wen ich antriggern musste, um ihn aufzustöbern. Was in die eine Richtung ging, funktionierte wohl auch in die andere.
Im Fahrerlager wehte jetzt ein anderer Wind. Boxen rappelvoll. Platz vor den Boxen rappelvoll. Im restlichen Fahrerlager Übernachter und gähnende Leere. Die Racing School Europe lud ab. Und ich? Ich ging mit meiner aktuellsten Brünnzeit, die ich hatte, zur Anmeldung. Und mit den Augen eines Connoisseurs reichte man mir den weißen Aufkleber, noch während ich "R6" auf die Frage "was fährst du denn ein Moped?" antwortete. Jawohl. So ging Gruppeneinteilung.
Weitere drei Tage Brünn. Mit zwei Coachingturns und dem festen Vorsatz, definitiv kein Rennen mehr fahren zu wollen.

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Bei der ganzen Räumerei fiel mir der stillose Löffel mit dem Plastestiel in die Hände. "Ach, ja, den muss ich ja noch abgeben." Und gewiss frisch geduscht und ordentlich angezogen. Ich hatte zwar noch nicht ganz zuende geräumt, aber einen kapitalen Kohldampf und war auf der Suche nach was zum Essen. Welch glückliche Fügung, der Grillmeister der All Inclusive-Wageburg hatte schon etwas zubereitet und suchte Esser. Ich wollte mich nicht aufdrängen, musste aber. Fein, ich durfte mich auch bedienen. Ein scharfes Hühnchenteil nach dem anderen wurde bis auf die Knochen abgenagt. Innerhalb von Sekunden. Was für ein Kohldampf. Nachdem das geklärt war, konnte ich zum formalen Grund des Besuches zurückkommen. Ich wollte diesen Plastelöffel nicht länger als nötig behalten. Ich gab also den Löffel ab. Das löste so viel Irritation bei den Frühstückslöfflern aus, dass ich in Erklärungsnot gelangte. ..."Plastelöffel gern behalten" beantwortete ich mit "Nein, möchte ich nicht." Klaus, der mir vor einigen Tagen schon mit Duschgel ausgeholfen hatte, weil ich das aus dem Anhänger, der nicht mehr meiner sein sollte, ebenso freundlich ablehnte, wühlte in seiner Kiste rum und hielt mir etwas vor die Nase. Es war der goldene Löffel.
War es dieser goldene Löffel, von dem man morgens essen musste, um hier 2:15 und schneller fahren zu können? Ich sah den Löffel an. Ich sah Klaus an. Ich sah wieder den Löffel an. Mittlerweile war der in meine Hand gewandert, und ich versprach, ihn spätestens in Most am 13.8. wieder zu übergeben.
Ich hatte den goldenen Löffel.
War es dieser goldene Löffel, von dem man morgens essen musste, um hier 2:15 und schneller fahren zu können? Ich sah den Löffel an. Ich sah Klaus an. Ich sah wieder den Löffel an. Mittlerweile war der in meine Hand gewandert, und ich versprach, ihn spätestens in Most am 13.8. wieder zu übergeben.
Ich hatte den goldenen Löffel.

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Der goldene Löffel schob sich unter den Mix aus Haferflocken, Minimalanteil Knuspermüsli, Walnüssen und Haferdontcallitmilch. Dann schob sich der goldene Löffel in meinen Mund. Kauen, Schlucken, Wiederholen. Bis die Schüssel leer war. Endlich ein Löffel mit Stil, nicht nur Stiel. Er lag gut in der Hand, dieser Löffel. Elegant ließ er sich heben und wenden. Und vor allem strahlte er eine Wertigkeit aus, die dem Plastelöffel völlig fehlte. Klaus hatte immer das passende Werkzeug für mich.
Die Freude über den Löffel tat auch bitter Not. Meine Nacht war kurz gewesen. Nicht nur, weil es am Abend erst so gegen 22 Uhr richtig angenehm war, hatte ich noch vor meiner Kemenate mit dem schraubär geschwätzt. Wir waren uns relativ einig, dass wir eine gute Veranstaltung hinter uns hatten, auch, wenn es echt warm gewesen war und auch echt anstrengend. Nachdem auch die Kindschaft für ein "gute Nacht, wir fahren morgen früh los" vorbeigekommen war, und wir alle irgendwie müde waren, ging ich ins Bett.
Aber die penetrant laute Laberbacke aus dem Zelt schräg gegenüber hatte was dagegen, dass ich schlafe. Also torfte ich irgendwann um zwei dahin und fragte, ob noch jemand Hörenstopfel hätte, alternativ könne man auch die Klappe halten. Es half nur begrenzt.
Da stand schon wieder ein Kind neben mir. Jetzt aber richtig Tschüs. Es wäre ja noch früh. Na, ok, das musste schnell gehen, denn dieser Speer hatte eine ungnädig frühe (und wie ich später feststellte auch eine sehr umfangreiche) Fahrerbesprechung. Und ich musste ja noch zu meiner Box umparken. Was für ein Stress.
Sieben Tage Brünn. Tag fünf hatte angefangen.
Und ich kaute, was mir der goldene Löffel servierte. Und während ich vor mich hinkaute, hoffte ich, dass der Löffel half.
Die Freude über den Löffel tat auch bitter Not. Meine Nacht war kurz gewesen. Nicht nur, weil es am Abend erst so gegen 22 Uhr richtig angenehm war, hatte ich noch vor meiner Kemenate mit dem schraubär geschwätzt. Wir waren uns relativ einig, dass wir eine gute Veranstaltung hinter uns hatten, auch, wenn es echt warm gewesen war und auch echt anstrengend. Nachdem auch die Kindschaft für ein "gute Nacht, wir fahren morgen früh los" vorbeigekommen war, und wir alle irgendwie müde waren, ging ich ins Bett.
Aber die penetrant laute Laberbacke aus dem Zelt schräg gegenüber hatte was dagegen, dass ich schlafe. Also torfte ich irgendwann um zwei dahin und fragte, ob noch jemand Hörenstopfel hätte, alternativ könne man auch die Klappe halten. Es half nur begrenzt.
Da stand schon wieder ein Kind neben mir. Jetzt aber richtig Tschüs. Es wäre ja noch früh. Na, ok, das musste schnell gehen, denn dieser Speer hatte eine ungnädig frühe (und wie ich später feststellte auch eine sehr umfangreiche) Fahrerbesprechung. Und ich musste ja noch zu meiner Box umparken. Was für ein Stress.
Sieben Tage Brünn. Tag fünf hatte angefangen.
Und ich kaute, was mir der goldene Löffel servierte. Und während ich vor mich hinkaute, hoffte ich, dass der Löffel half.

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Re: Alleinreisend - Alles anders
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Ich wollte überhaupt auf der Zeitenliste drauf sein. Wozu auch? Hatte ja noch dieses antike Rundenzeitenfeststellungsgerät dabei. Es tat seinen Dienst. Auch, wenn ich mich zwischendurch immer dabei ertappte, zu lange daraufzusehen. Und daraufhin gepflegt den Kopf zu schütteln.
Brünn, die Sonne scheint. Aber es ist kühl. Viel zu kühl für mein Empfinden. Anstelle zu fahren, wasche ich lieber meine Schüssel ab. Und diesen wunderschönen Löffel. Ich habe keinen Muskelkater. Über Muskelkater war ich schon an Tag 3 hinaus. Mein Körper fühlte sich benutzt an. (nein, nicht so). Ich hatte Muskelmüdigkeit. Eine durchgehende Schwere zog sich von Kopf bis Fuß. Und das Gelbe stand da und brauchte dringend einen Ölwechsel. In den letzten Tagen war es heißer als heiß gewesen. Es wurde Zeit. Ölwechsel...zum Glück hatte ich den Zugewinnschlauch dabei. Und dann hatte ich noch Stefan, der dann doch seinen Ölkram mithatte. Es war gut, dass ich Leute kannte. Noch besser war, dass es die richtigen Leute waren.
Kaffee Nummer drei schickt sich an, durch mich hindurchzulaufen. Ich war so müde. Wäre es in meinem gemütlichen schwarzen Anhänger nicht so heiß, hätte ich überlegt, noch einmal Schnarchdienst einzulegen. Stattdessen ging ich im Kopf die Liste durch, die ich bis Sonntag abzuarbeiten hatte. Aufräumen, Öl wechseln, Moped putzen, 2:15 fahren. Zum Glück hatte ich Serdal schon gefragt. Und er wollte mir gern helfen beim Öl wechseln. 2:15 fahren. Dabei wollte mir Herr Bühn helfen. Aber erst heute später.
Jetzt stand ich hier und war ganz alleine. In dieser Bühnschen Sammelbox voll mit älteren, aber gut gelaunten Herren, einem schnellen Sohnemann und Marc, der zumindest ansatzweise etwas wie ein "Budgetbike" hatte. Obwohl auch der vor seiner R1 mit einem neuen goldig glänzenden Gabelholm gewedelt hatte. Es gab ein Upgrade. Und dann stand inmitten dieser Raketenmaschinen ein kleines, gelbes Ding mit einem weißen Aufkleber.
Na, dann wollen wir mal. Erwartungsdruck. Herzklopfen. Ich steckte die Rübe in die Styroporschüssel und fuhr los.
Überraschenderweise war ich gar nicht der Bremsklotz dieser Gruppe. Es hatte seinen Vorteil, schon warmgefahren zu sein.
Brünn, die Sonne scheint. Aber es ist kühl. Viel zu kühl für mein Empfinden. Anstelle zu fahren, wasche ich lieber meine Schüssel ab. Und diesen wunderschönen Löffel. Ich habe keinen Muskelkater. Über Muskelkater war ich schon an Tag 3 hinaus. Mein Körper fühlte sich benutzt an. (nein, nicht so). Ich hatte Muskelmüdigkeit. Eine durchgehende Schwere zog sich von Kopf bis Fuß. Und das Gelbe stand da und brauchte dringend einen Ölwechsel. In den letzten Tagen war es heißer als heiß gewesen. Es wurde Zeit. Ölwechsel...zum Glück hatte ich den Zugewinnschlauch dabei. Und dann hatte ich noch Stefan, der dann doch seinen Ölkram mithatte. Es war gut, dass ich Leute kannte. Noch besser war, dass es die richtigen Leute waren.
Kaffee Nummer drei schickt sich an, durch mich hindurchzulaufen. Ich war so müde. Wäre es in meinem gemütlichen schwarzen Anhänger nicht so heiß, hätte ich überlegt, noch einmal Schnarchdienst einzulegen. Stattdessen ging ich im Kopf die Liste durch, die ich bis Sonntag abzuarbeiten hatte. Aufräumen, Öl wechseln, Moped putzen, 2:15 fahren. Zum Glück hatte ich Serdal schon gefragt. Und er wollte mir gern helfen beim Öl wechseln. 2:15 fahren. Dabei wollte mir Herr Bühn helfen. Aber erst heute später.
Jetzt stand ich hier und war ganz alleine. In dieser Bühnschen Sammelbox voll mit älteren, aber gut gelaunten Herren, einem schnellen Sohnemann und Marc, der zumindest ansatzweise etwas wie ein "Budgetbike" hatte. Obwohl auch der vor seiner R1 mit einem neuen goldig glänzenden Gabelholm gewedelt hatte. Es gab ein Upgrade. Und dann stand inmitten dieser Raketenmaschinen ein kleines, gelbes Ding mit einem weißen Aufkleber.
Na, dann wollen wir mal. Erwartungsdruck. Herzklopfen. Ich steckte die Rübe in die Styroporschüssel und fuhr los.
Überraschenderweise war ich gar nicht der Bremsklotz dieser Gruppe. Es hatte seinen Vorteil, schon warmgefahren zu sein.

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Re: Alleinreisend - Alles anders
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Dafür gab es nur eine Erklärung....es war der Goldene Löffel.
Klaus hatte also Magie eingesetzt und war so auf seine Raketenzeit von 2:13,990 gekommen. Was sonst hätte es gewesen sein sollen. Der war zum ersten Mal hier. Und ich, ok, es war lange her, irgendwie schon zum zweiten Mal. Und ich hatte angesagt. Ich hatte Klaus, nachdem ich ihn in Jerez um ein paar Tausendstel versägt hatte, angekündigt, das hier zu wiederholen.
Dafür fehlten mir nur noch zwei Sekunden.
Ich gehe nochmal die Liste durch. Aufräumen, Öl wechseln, Moped putzen, 2:15 - Check! Ich ging die Liste mit einem Grinsen durch. Aber auch mit leicht aufsteigender Sinnlosigkeit. Das Veranstaltungsziel war erreicht. Ich war müde und kaputt. Mein MS2 war durchgenudelt. Beim Vorderreifen war ich nicht sicher. Sollte nicht auch Einräumen auf die Liste? Und zwar ziemlich zügig?!?
Klaus hatte also Magie eingesetzt und war so auf seine Raketenzeit von 2:13,990 gekommen. Was sonst hätte es gewesen sein sollen. Der war zum ersten Mal hier. Und ich, ok, es war lange her, irgendwie schon zum zweiten Mal. Und ich hatte angesagt. Ich hatte Klaus, nachdem ich ihn in Jerez um ein paar Tausendstel versägt hatte, angekündigt, das hier zu wiederholen.
Dafür fehlten mir nur noch zwei Sekunden.
Ich gehe nochmal die Liste durch. Aufräumen, Öl wechseln, Moped putzen, 2:15 - Check! Ich ging die Liste mit einem Grinsen durch. Aber auch mit leicht aufsteigender Sinnlosigkeit. Das Veranstaltungsziel war erreicht. Ich war müde und kaputt. Mein MS2 war durchgenudelt. Beim Vorderreifen war ich nicht sicher. Sollte nicht auch Einräumen auf die Liste? Und zwar ziemlich zügig?!?

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Re: Alleinreisend - Alles anders
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Und dann das:
"Ja, du musst auch mal die Streckenbreite ausnutzen, voll über den Curb", werde ich angewiesen. "Guck mal, wo du fährst und wo ich! Du hast ne Sechser, ich dachte, die 15 soll fallen?!?" Ooooo, sie wird ganz klein mit Hut auf dem Sitzplatz vor dem Laptop. Herr Bühn war not amused - beziehungsweise sehr amused, weil er sich das Grinsen nicht verkneifen konnte. "Und du musst auch mal Schwung mitnehmen und vorbeifahren." Vorbeifahren, vorbeifahren...das sagte sich so einfach. Es ging doch den Berg hoch! Wenn der an seinem BMW-Griff drehte, dann machte er immer einen Satz nach vorne. Ich kam nicht heran, außer, wenn er auf mich wartete. Und dann das: "Du bremst ja noch nicht mal richtig, da wird ja hinten nicht mal was leicht!"
Ich starre auf die Videosequenz, die er immer wieder vor mir abspielt. Das Gelbe läuft wie auf Schienen. Ich bremse wirklich nicht. Ok, so viel dazu. 2:17 geht. 2:16 irgendwie auch. Aber 2:15 scheint ein Zufallsprodukt zu sein. Also doch nicht einpacken. Ich mache mir Notizen in meinem Kopf. Klaus versägen. Was für eine blöde Idee. Schließlich war ich fortgeschritten schlapp und der Reifen, ach ja, der Reifen. Morgen sollte es wieder warm werden - heute waren es ja nur knapp 30°C. Bis heute Abend hielt der MS2 hoffentlich noch durch. Und das Vorderrad? Keine Ahnung. Das war doch neu.
Rechts drehen, links sehen und Visier zuklappen. Und immer schön innen entlang. Ein neuer Versuch. Es wollte auch nach der Mittagspause niemand, dass ich die Gruppe wechsle. Serdal war nicht zufrieden mit seiner Position in der langsameren Gruppe. Zumal es für einen ruhigen Vormittag deutlich zu viele Abbrüche gab. Aber gut, es war der erste Tag, und die Herrschaften hatten Ambitionen.
Ambitionen hatte die Andrea schon lange nicht mehr. Aber gut und schnell fahren, das war nicht verkehrt. Ich gab mir Mühe. Und ich fuhr die Radien weiter aus. Und ich versuchte auch, zu bremsen. Und trotzdem. Die schnellste Zeit des Tages war ich heute Vormittag gefahren.
Flasche leer. Zum Glück musste ich nicht mehr 2:15 fahren. Die war machbar. Wie? Das wusste ich nicht.
Was ich aber wusste, war, dass heute Abend das Hinterrad endlich neu musste. Der MS2 würde morgen nicht mehr gehen, wenn es zu warm war. Es war jetzt schon kaum mehr Fleisch drauf. Ich hatte doch diesen Michelin Power Performance in medium. Was in Mugello funktionierte, konnte auch in Brünn nicht schlecht sein. Also schleppte ich, nach dem Ausbauen, wiederum Reifen durch das Fahrerlager. Stefan erinnerte mich freundlich daran, dass die rund seien und ich die auch rollen könne. Ich erinnerte ihn freundlich daran, dass dann ja niemand sehen könnte, was ich für schöne Arme habe, und dass ich ja extra dafür trainiert hatte.
Ich hatte trainiert. Aber an Tag fünf von sieben war das längst egal. Trotzig trug ich den Reifen weiter. Und baute ihn, zum Erstaunen einiger Herrschaften, selbst wieder ein. Aber nicht, ohne mir einen Drehmomentschlüssel auszuleihen und danach auch das andere Werkzeug, dass ich mir zum Ausbauen geliehen hatte, zurückzugeben.
Irgendwer hatte immer ein Werkzeug. Aber Klaus, der hatte mir den goldenen Löffel gegeben. Und der hatte bereits gewirkt.
"Ja, du musst auch mal die Streckenbreite ausnutzen, voll über den Curb", werde ich angewiesen. "Guck mal, wo du fährst und wo ich! Du hast ne Sechser, ich dachte, die 15 soll fallen?!?" Ooooo, sie wird ganz klein mit Hut auf dem Sitzplatz vor dem Laptop. Herr Bühn war not amused - beziehungsweise sehr amused, weil er sich das Grinsen nicht verkneifen konnte. "Und du musst auch mal Schwung mitnehmen und vorbeifahren." Vorbeifahren, vorbeifahren...das sagte sich so einfach. Es ging doch den Berg hoch! Wenn der an seinem BMW-Griff drehte, dann machte er immer einen Satz nach vorne. Ich kam nicht heran, außer, wenn er auf mich wartete. Und dann das: "Du bremst ja noch nicht mal richtig, da wird ja hinten nicht mal was leicht!"
Ich starre auf die Videosequenz, die er immer wieder vor mir abspielt. Das Gelbe läuft wie auf Schienen. Ich bremse wirklich nicht. Ok, so viel dazu. 2:17 geht. 2:16 irgendwie auch. Aber 2:15 scheint ein Zufallsprodukt zu sein. Also doch nicht einpacken. Ich mache mir Notizen in meinem Kopf. Klaus versägen. Was für eine blöde Idee. Schließlich war ich fortgeschritten schlapp und der Reifen, ach ja, der Reifen. Morgen sollte es wieder warm werden - heute waren es ja nur knapp 30°C. Bis heute Abend hielt der MS2 hoffentlich noch durch. Und das Vorderrad? Keine Ahnung. Das war doch neu.
Rechts drehen, links sehen und Visier zuklappen. Und immer schön innen entlang. Ein neuer Versuch. Es wollte auch nach der Mittagspause niemand, dass ich die Gruppe wechsle. Serdal war nicht zufrieden mit seiner Position in der langsameren Gruppe. Zumal es für einen ruhigen Vormittag deutlich zu viele Abbrüche gab. Aber gut, es war der erste Tag, und die Herrschaften hatten Ambitionen.
Ambitionen hatte die Andrea schon lange nicht mehr. Aber gut und schnell fahren, das war nicht verkehrt. Ich gab mir Mühe. Und ich fuhr die Radien weiter aus. Und ich versuchte auch, zu bremsen. Und trotzdem. Die schnellste Zeit des Tages war ich heute Vormittag gefahren.
Flasche leer. Zum Glück musste ich nicht mehr 2:15 fahren. Die war machbar. Wie? Das wusste ich nicht.
Was ich aber wusste, war, dass heute Abend das Hinterrad endlich neu musste. Der MS2 würde morgen nicht mehr gehen, wenn es zu warm war. Es war jetzt schon kaum mehr Fleisch drauf. Ich hatte doch diesen Michelin Power Performance in medium. Was in Mugello funktionierte, konnte auch in Brünn nicht schlecht sein. Also schleppte ich, nach dem Ausbauen, wiederum Reifen durch das Fahrerlager. Stefan erinnerte mich freundlich daran, dass die rund seien und ich die auch rollen könne. Ich erinnerte ihn freundlich daran, dass dann ja niemand sehen könnte, was ich für schöne Arme habe, und dass ich ja extra dafür trainiert hatte.
Ich hatte trainiert. Aber an Tag fünf von sieben war das längst egal. Trotzig trug ich den Reifen weiter. Und baute ihn, zum Erstaunen einiger Herrschaften, selbst wieder ein. Aber nicht, ohne mir einen Drehmomentschlüssel auszuleihen und danach auch das andere Werkzeug, dass ich mir zum Ausbauen geliehen hatte, zurückzugeben.
Irgendwer hatte immer ein Werkzeug. Aber Klaus, der hatte mir den goldenen Löffel gegeben. Und der hatte bereits gewirkt.

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