Und weil Stefan Ölkram hatte, mopste ich mir seinen Auffangbehälter. Und ich fragte auch nicht, woher Stefan wusste, dass eine Ölablass-Schraube direkt durch die eine Öffnung passte und woher er wusste, dass man das Ding ausreichend belüften musste, weil es sonst ordentlich BLUBB machte, fragte ich noch weniger. Darum hatte er explizit gebeten.
Da standen bzw. hockten Serdal und ich nun vor dem R6-Ding, nach dem es "einige Minuten" nach dem "einige Minuten" Warmlaufenlassen (also Fahren) gewartet hatte. Serdal hatte die Wanne unter den Motor gefrickelt, und wollte noch kurz was erledigen. Da saß ich nun mit dem Zugewinnschlauch und dem Bajonettverschlussprinzip. Kann doch so schwer nicht sein...Die Schutzkappe war schon ab. Und weil einige Minuten mittlerweile schon einige Minuten vorbei waren, nahm ich das Ding und schob es in das Ablassventil. Das Ende des Schlauches hatte ich vorab in die Öffnung, durch die eine Ablass-Schraube so gut durchpasste, dass der alte Dichtring immer noch in dem Behälter rumklöterte, gestopft. Und obwohl es bei diesem Querschnitt eher nicht BLUBBBB machen würde, hatte ich gewissenhaft den anderen Deckel geöffnet. Sicher war sicher.
"Oooooooh, es kommt Öl!" freute ich mich. Und dann sah ich noch einmal hin. "Ooooooh, es kommt Öl, das sieht aber nicht gut aus!" korrigierte ich mein Entzücken. Das Öl sah echt nicht gut aus. Und ich hoffte, ich hatte der kleinen Drehmaschine nicht zu viel angetan. Und dass es gerade noch früh genug war, die Suppe zu wechseln.
Als Serdal zur Kontrolle kam, tropfte gerade das letzte bisschen aus dem Zugewinn-Schlauch. Wir konnten also den Filter wechseln. Serdal war ein Schatz. Zwischendurch machte er Witze. Er würde ja hier der Konkurrenz noch helfen, schneller zu fahren. Jetzt machte ich große Augen. Der Kollege hatte mich, wie es sich gehörte, längst auf der Liste hinter sich gelassen. Ich war keine Konkurrenz. Als solche betrachtet zu werden, war extrem schmeichelhaft. Und er bestand immer noch darauf, das Rennen für mich zu bezahlen, obwohl mir das immer unangenehmer wurde. Ein Mann ein Wort, na gut. Ich nahm die 30 € und führte sie ihrer bestimmungsgemäßen Verwendung zu.
Abermals stand ich auf Platz 6 im Starterfeld. Und - no pressure - wir hatten fliegenden Start. Ha! Wie war das noch mit den Ausreden? Stehend gestartet zu sein, fiel aus. Ich hatte keine Wahl. Ich musste auf Platz 6 oder besser ins Ziel. Ich wollte Serdal nicht enttäuschen.
Nachdem Serdal gewissenhaft den Ölfilter andrehmomentiert hatte, machte ich mich ans Einfüllen. Fröhlich drehte ich den Olafeinfülltrichter in Position. Und noch eine Umdrehung und noch eine und NEEEEEIIIIIIIIIIIN
Der Trichter war mit einem Knacks auseinandergebrochen. Und in meinem Motor steckte sauber abgeschert und gut festgedreht der Rest vom Gewinde. "Hilfe, da steckt was in meinem Motor" Episode zwei. Nur diesmal war ich selbst verantwortlich...

