Erstmal frohes neues Jahr gewünscht.
Schon einige Jahre lese (und lerne) ich hier mit, und dürfte in dieser Zeit auch sämtliche nette Aufzünder aus diesem Forum kennen lernen bei diversen Dannhoff, SPS und Speer Veranstaltungen.
Kurz meine Geschichte;
Seit etwa 10 Jahre fahre ich Rennstrecke; angefangen hat alles auf Zolder und Assen (alte Kürzanbindung). Zolder mit ihre 90 grad Ecken kam mir vor wie fahren auf der Straße, nur ohne die üblichen Einschränkungen. Assen dagegen war wie ein Traum. Klar steht mir noch vor Augen der „20 Minuten Fight“ gegen eine R1, die meine TRX zwar jede Grade problemlos bügelte, aber für die nächste Kurve dann immer viel zu früh bremste, wodurch ich auf der Bremse immer kontern könnte.
Irgendwann kam dann auch die Achterbahn Spa dazu, auch war ich auf eine TL1000S umgestiegen. Alle bisher erwähnte Strecken waren für mich in einen Tag befahrbar, dass heißt: Morgens hinfahren, Luftdruck der Reifen senken, Tankrucksack runter, Licht aus, Kreise drehen und abends 200km wieder nach Hause. Ja, ich fuhr (sportliche) Strassenreifen.
Leute mit Slicks, Reifenwärmern und Hänger oder Bus fand ich „Wannabee GP Piloten“.
Wenn es rutschte, war man am Limit, ist doch klar, und solange ich noch einige von denen vor bleiben konnte auf meine Strassenreifen, war für mich die Welt in Ordnung.
Rutschen hat die TL mit originalem Roti gerne gemacht, besonders in langgezogene schnelle Kurven. Nach 2 Renntrainings war mir klar, hier kann man verbessern. Als Maschinenbauer fiel mir der Umbau auf CBR600 Federbein nicht sehr schwer (wir haben in NL kein TÜV), ein wenig „Trial & Error“ ergab schon viel Verbesserung im Handling.
Erst ein WP Federbein für das gleiche Motorrad brachte wirklich was für die Rennstrecke.
Mittlerweile war ich über das Internet auf das deutsche TL-Cup gestoßen.
Gelangweilt mit den ewigen Renntrainings, wo immer weniger Leute meine altmodische Auffassung teilten, habe ich mich getraut an zu melden, obwohl ich nicht überzeugt war im Rennen mithalten zu können.
Lausitzring 2007 werde ich wohl nie vergessen. Erstes Renntraining in Deutschland, und im Training wird mein Kollege von seiner TL-R gefahren, im Rennen meint einer, er kann am Scheitelpunkt in die erste Kurve 2 Platze gutmachen und schießt mich dabei fast ab. Hinterher sagt er, er habe doch gehupt, ich hätte ihm Platz lassen sollen. Hier wird deutlich auf GP Niveau gekämpft!
Dann habe ich erstmal überlegt ob Rennen fahren wohl das Richtige für mich ist. Leider war ich schon infiziert, ohne Rennen macht Rennstrecke fahren nur halb soviel Spaß!
Seit dieser Saison 2007 gehöre ich auch zu den „Wannabee GP Piloten“, inklusive Hänger, Rennreifen, Regenreifen und jawohl: Reifenwärmer. Für 2-3 Tage Events geht’s halt nicht anders, und an Luxus gewöhnt man sich schnell!
Rennen fahren mit (fast) gleiche Motorräder (und Laptimer) haben mich einige Sekunden gebracht, auch wenn ich immer noch einen nur sehr durchschnittlich schneller Fahrer bin. Ich habe gesehen dass das oben erwähnte, krasse Rennen in der Lausitz vor 3 Jahren eine Ausnahme war, und dass auf deutsche Renntrainings meist hart aber vor allem fair gefahren wird, so wie es sein sollte.
Ich hoffe wir sehen uns nächster Saison!
Andre