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indoor skydiving

Hier könnt Ihr posten was nicht mit dem Thema Racing zusammenhängt
Jokes, jeglicher Dummfug oder einfach nur um zu quatschen :-)

Moderatoren: as, Chris

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  • Zzettie Offline
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Beitrag von Zzettie »

@Stoppie: Hallo erstmal, die Schnupperkurse am WE wo man als Abschluss
alleine aus dem Flieger hüpfen darf gibt es aus versicherungstechnischen
Gründen soo nicht mehr bei deutschen Springerclubs. War zu hoher Auf-
wand bei zu großem Risiko.
Jetzt kann man entweder einen oder mehrere Tandem-Sprünge machen,
die unter Umständen auch preislich reduziert werden können falls man sich
zur anschließenden Ausbildung entschließen sollte, oder man macht gleich
die komplette Ausbildung nach der konventionellen, bzw. der Amerikanischen
beschleunigten Freifallausbildung.(Dabei springt man nach viel größerem
Theorieprogramm direkt ab dem ersten Sprung aus ca. 4000 mtr. mit zwei
Lehrern rechts und links an seiner Seite.) Nennt sich auch AFF-Ausbildung.

Zu den Kosten kann ich sagen, daß ne Ausrüstung mal mindestens mit
5000,--€ zu Buche schlägt. Jeder Sprung (und davon sind täglich durchaus
acht bis zehn machbar) schlägt so mit ca. 30 bis 40,--€ zu Buche.

Also ich hab in meiner aktiven Zeit pro Jahr so ca. 10.000,--DM verjubelt.

Allerdings hab ich zwischendurch ja auch Arbeits-Sprünge gemacht, wo
ich Honorar für gekriegt habe. Sei es als TandemMaster,Lehrer-Sprünge,
Werbe- und Showabsprünge in Stadien, oder bei der Vier-Schanzen-Tournee. etc. Fürs Reserve-Fallschirmpacken hab ich
auch was gekriegt. Also insgesammt haben sich meine Sprungkosten
dadurch fast halbiert.

Ich glaub auf die Jahreskosten gerechnet ist Aufzynden billiger. :shock:
Zumal so moderne Fallschirme ja auch nur begrenzt haltbar sind. Nach
1000 Sprüngen ist Schluss und man braucht ne neue Ausrüstung.

Ich hoffe ich konnte zu dem Thema was nützliches beitragen

Greetz zzettie
Ich bin zu schlecht für eine Signatur.
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Beitrag von Beer44mag »

Zzettie hat geschrieben:Da geb ich Dir Recht. :wink: Ist wirklich verschärft. Aber so ganz ohne
Gravitation kommt der Springer dabei auch nicht aus. :lol:

Übrigens fällt mir grad ein wie die Anlage da in Zürich heißt:

"Aerodium" und ist in Rümlang, ein kleiner Ort neben dem Flughafen
Zürich-Kloten.

Und falls hier jemand meine Kompetenz anzweifeln sollte, hier noch ein
bescheidener Beitrag von mir zu diesem Thema und für Eure Hackfressen-
Gallerie. Da habt ihr jetzt wieder was neues zum lästern.
Die Passagierin, die ich da befördert habe, war übrigens bereits 66 Jahre
alt und hat insgesamt fünf Passagiersprünge mit mir gemacht.
Bilder von wilden und jungen Bunny´s hab ich leider keine mehr. Die hat
meine Holde mitlerweile alle vernichtet. :oops:

Bild

Bild

Nette Teenies vor dem Bauch zu haben wäre sicher nicht schlecht, aber wer kann schon von sich behaupten mit einer Frau 5x66 gesprungen zu sein?? :lol: Das ist das wohl Extravaganzfaktor 12!! :icon_thumleft
Andere sind schneller, aber ich habe genauso viel Fun :-)
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Beitrag von Stoppie »

Zzettie hat geschrieben:@Stoppie: Hallo erstmal, die Schnupperkurse am WE wo man als Abschluss alleine aus dem Flieger hüpfen darf gibt es aus versicherungstechnischen Gründen soo nicht mehr bei deutschen Springerclubs. War zu hoher Aufwand bei zu großem Risiko......
Das habe ich befürchtet :?. Vor ca. 20 Jahren ging das noch und war garnicht so aufwendig. Nun gut, einige scheiterten schon an dem polizeilichen Führungszeugnis :D, andere an der ärztlichen Tauglichkeitsuntersuchung etc. Aber es war damals sehr günstig, in diesen Sport mal reinzuschnuppern. Das wäre bestimmt was für John`ek gewesen. Die Kosten die du genannt hast haben mich damals davon abgehalten, diesen Sport weiter zu betreiben, obwohl er mich absolut angesprochen hat.
Gruß aus dem Münsterland
Stoppie
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Beitrag von John`ek »

erstmal danke für Eure Beiträge .... schön zu wissen, dass es hier auch Fachleute für dieses Thema gibt.
@Stoppie: Du alter wilder, kannst einen richtig überraschen :wink:

Ich befinde mich zu Zeit in einem sehr komischen Zustand. Ich gucke mir jeden Tag Stunden lang irgendwelche Filmchen von base jumpern. Auf der einen Seite sagt mir etwas in mir drin, die sind total irre, auf der anderen Seite beneide ich sie. Die Bilder von Kjerag in Norwegen sind einfach der absolute Hammer und ich komme nicht zu Ruhe. Mir ist klar, dass (vorausgesetzt, man will sich nicht beim ersten Sprung umbringen) viel Erfahrung als Skydiver notwendig ist um mit dem base jumpen überhaupt anfangen zu können. Ich habe zur Zeit auch keine Ahnung wie gefärlich Skydiven sein kann und wo genau die Gefahren liegen? Wie sicher (statistisch) ist ein Tandemsprung? Ein Tandemsprung wäre definitiv das erste was ich ausprobieren würde, um einschetzen zu können, ob das Rausspringen aus einem funktionierendem Flugzeug überhaupt was für mich ist. Sind alle Unfälle auf falsches Packen des Fallschirms zurückzuführen? Wie kompliziert ist das Packen und wie einfach kann man dabei einen Fehler machen? Gibt es bei Tandemsprüngen einen Reserve-Fallschirm? Okay, ich höre jetzt mal auf .... :?
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  • vz Offline
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Beitrag von vz »

Da habe ich doch genau das Richtige für Mamis Liegling:

20 Minuten für 3000 Meter

Das ist genau die Zeit, die die einmotorige Cessna 182 braucht, um auf die Höhe zu kommen. Aber besser von vorne:

Ich stehe auf dem Flugfeld in Ganderkesee. Die Cessna hält vor mir, als erstes steigen 2 Personen ein, dann komme ich. Nach mir steig noch Dieter zu. Die Maschine setzt sich in Richtung Startbahn in Bewegung. Dort angekommen wird sie gleich schneller, um bei Erreichen der richtigen Geschwindigkeit abzuheben. Ich sitze mit dem Rücken zur Flugrichtung und kann sehen, wie wir an Höhe gewinnen. Mein Blick wandert auf den Höhenmesser. Erst 200 Meter sind wir hoch. Tapfer steigt die Cessna auf. So ein kleiner Flieger vermittelt irgendwie das Fliegen direkter als ein Touribomber. Schnell wird die Startbahn kleiner, genauso wie die Menschen dort.

500 Meter. Ich habe freien Rundumblick. Ich sehe Bremen, die Weser, die Bremer Stahlwerke. Dann der Hafen. Von oben erkenne ich den im Bau befindlichen Space-Park. Dort steht seit gestern eine Ariane. Genau, die Weltraumrakete. Es ist die 4 oder die 5, ich weiß es nicht mehr so genau. Der Kabinenboden, auf dem ich sitze, ist hart. Die Kabine nicht sonderlich groß. Wie schrauben uns immer höher.

Ab 1000 Meter kann ich Bremerhaven erkennen, die Wesermündung und den Jadebusen. Ich versuche den Danonefahrer zu sehen. Es gelingt mir nicht. Wer weiß, wo der wieder rumgurkt? Ich genieße den Ausblick. Unermüdlich steigen wir weiter.

1500 Meter. Ich schaue auf die Uhr. Wir sind schon 10 Minuten unterwegs. Ab jetzt ist die Höhe gleichgültig. Ob Du nun 1000 oder 1500 Meter hoch bist, macht keinen Unterschied mehr. Du bist irgendwie abgekoppelt von der Welt. Es ist für mich der helle Wahnsinn, dieses unbeschreibliche Gefühl.

2000 Meter. Den Höhenunterschied entnehme ich nur noch dem Höhenmesser. Und es geht weiter.

2500 Meter. Jetzt sind wir in den Wolken. Ich sehe nur noch grau. Schade, denke ich. Kein Ausblick mehr. Ich lausche dem Motor, genieße das Gefühl.

2900 Meter. Nur noch 3 Minuten sagt der Pilot. Die beiden, die zuerst eingestiegen sind, verzurren sich.

2950 Meter Nur noch 2 Minuten sagt der Pilot. Dieter und ich fangen ebenfalls an zu zurren. Ich muß mich dafür auf seinen Schoß setzten. Du kannst es nicht aufhalten, denke ich, die Zeit läuft. Ich zweifel ob ich das kann, was gleich kommt. Nicht weiter drüber nachdenken, befehle ich mir. Du wirst jetzt einfach nur vertrauen, den Dingen seinen Lauf lassen. Zum Glück sind die Wolken wieder verschwunden, ich habe freien Blick.

3000 Meter. Es geht los. Neben mir öffnet sich die Luke. Ich habe Probleme meine Füße nach außen zu bekommen. Jetzt ist es geschafft, nachdem Dieter mich noch etwas zurück zog. Ich sitze immer noch auf seinem Schoß. Hänge die Füße über das schmale Brett draußen, nehme den Kopf ganz zurück Auf einmal dreht sich alles um mich und ich habe das Gefühl der Schwerelosigkeit. Nun nehme ich die Füße zurück, genau wie vorher besprochen, mache ein Hohlkreuz. Dieter bringt uns in Position. Das Gesicht nach unten. Ich rase auf die Erde zu. Doch irgendwie ist sie weit weg. Ich gucke durch die Brille, es kommt mir vor, als hätte ich einen Wasserfilm vor Augen. Ich sehe aber alles sehr klar. Wir werden immer schneller. So ist also der freie Fall! Es ist Irrsinn. So etwas übersteigt die menschliche Vorstellungskraft. Man muß es erlebt haben. Du fällst und fällst, fühlst Dich dabei unendlich frei. Das es solche Gefühle gibt, hab ich vorher nicht gewußt. Schon seit dem Aufstieg denke ich an Reihard Mey und sein Lied, Über den Wolken. Dieter klopft mir auf die Schulter, ich nehme die Arme hoch. Der Wind ist sehr laut. Ich schreie in die Welt, höre mich aber selber nicht. So laut ist der Fallwind. Wir fallen immer schneller. Jetzt klopft Dieter mir wieder auf die Schulter. Ich nehme die Hände wieder an meinen Gurt. Wir sind bereits 1500 Meter gefallen, in nur 37 Sekunden. Wir haben eine Fallgeschwindigkeit von über 200 KM/H. Ich kenne dieses Tempo vom Motorradfahren, nur dass dann vieles an einem vorbei fliegt. Jetzt ist immer noch alles weit weg. Subjektiv ist das Höheempfinden genauso, wie ganz oben. Die Welt ist weit weg.


Jetzt löst Dieter den Fallschirm aus. Wir werden stark abgebremst. Der Orkan wird leise. Wir hängen am Fallschirm. Es wird ganz ruhig. Totenstill ist es im Himmel. Und ich bin hier. Unbeschreiblich, was ich empfinde. Nun gleiten wir langsam tiefer. Dieter sagt, ich soll mich auf seine Füße stellen und mich abstützen. Ich merke, dass er irgendwas am Gurt macht. Nein, er will mich nicht abschnallen. Jetzt laß ich mich wieder hängen. Wir gleiten der Welt langsam entgegen. Irgendwo über uns befindet sich das andere Tandempaar. Jetzt hält er mir die Schlaufen zum Lenken hin. Ich erfasse sie und er zeigt mir das Lenken. Wir fliegen einige Kurven, es ist irre gut. Gleichzeitig ziehen bremst den Fall. Ich soll locker bleiben, aber ich ziehe an beiden Schlaufen. Ich will nicht dass es aufhört. Nie soll es aufhören. Doch die Erde ist schon nahe, ich erkenne meine Familie. Ich winke und rufe, bin voll mit Adrenalin. Jetzt nur noch wenige Meter bis zur Landung. Dieter ist Profi. Er springt schon seit 20 Jahren, früher sogar hauptberuflich. Er trifft genau den Fleck, den er anvisierte. Nun bekomme ich das Kommando zum Füße anheben. Ich gebe mir mühe. Der Fallschirm bremst uns. Bautz, wir sind auf dem Hintern gelandet. Ich bin überweltigt. Sitze im Gras, kann es nicht fassen. Neben dem Feld stehen die Leute und klatschen. Es war der helle Wahnsinn, auch wenn ich mich wiederhole. Ich bin der glücklichste Mensch auf der Welt. Wir stehen auf, nehmen den Fallschirm auf. Das muß ich noch mal machen, sage ich zu Dieter. Dieter sagt es wäre ein guter Gedanke, er sollte es auch tun. Wir schauen den Anderen beim Landen zu. Bautz, auch sie sind unten.

Vom Flugfeld runter werde ich mit großem Hallo empfangen, noch ein Applaus für mich. Ich bin stolz, fühle mich als Held. Sarah, meine Tochter, sagt: Papa, Du siehst in diesem Anzug echt Scheiße aus, aber Du trägst es gut. Kaum sind sie aus den Windel raus, schon werden sie frech, die Gören. Pah![/b]
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Beitrag von John`ek »

vz hat geschrieben:Nicht weiter drüber nachdenken, befehle ich mir. Du wirst jetzt einfach nur vertrauen, den Dingen seinen Lauf lassen.
hehe, so in etwa stelle ich mir das erste Mal vor
schön geschrieben :D
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Beitrag von tommi »

Haacchhhhhh... ist das schön. Ich hab gerade meinen Sprung auch nochmal erlebt, Danke für den Bericht. Bis auf Bremen und die kleine am Schluß war es bei mir genau so. Hab´s dann auch ein Jahr später direkt wiederholen müssen 8) . Ich muss mal das Video wieder rauskramen, aber dann seh ich auch dass man in dem Outfit echt Scheisse aussieht :oops:

Thomas
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Beitrag von Zzettie »

@John`ek:

Hallo Dir Wilder, :wink:

Also ein paar Deiner Fragen kann ich etwas entschärfen und beantworten.

Zum Base-Jumpen, der Königsdisziplin was Fallschirmsprünge angeht bedarf
es, wie du schon sehr richtig erkannt hast, einer sehr großen Erfahrung
in dem Sport, vorallem die Freifallerfahrung ist lebenswichtig. Beim Sprung
aus dem Flugzeug hast Du ja bereits durch den Fahrtwind Anströmung am
Körper. Beim Base´n fällst Du ja erstmal ohne Eigengeschwindigkeit und
ohne Anströmung wie ein nasser Sack.(Auch wenn das auf den Video´s so
leicht aussieht, ist es aber nicht.Das siehst Du oft , wenn Laien einen Bungee-
sprung machen, wie unkontrolliert die die ersten 20 mtr. purzeln)
Ich habe mir meine Voraussetzungen fürs Base-Jumpen wann immer möglich
bei Sprüngen aus dem Heißluft-Ballon erarbeitet. Da stehst Du ja eigentlich
auch in der Luft und fällst die ersten 3 bis 5 Sekunden auch völlig ohne
Anströmung.(Nur einen Tandemsprung aus dem Ballon mit meiner Frau vornedran, den
konnte ich leider nie machen. Das wär die Krönung gewesen. :cry: )

Dazukommt noch, daß die Freifall-Phase meistens sehr nah an der Häuser-Fassade, bzw. der Felswand entlang geht. Höchste Lebensgefahr !
Deßhalb "Tracken" die Springer auch meistens in der letzten Flugphase
mit angelegten Armen und ausgestreckten Beinen (dies erzeugt trotz
Fallens auch eine Vorwärtsbewegung), eine Haltung ähnlich der Skispringer, dabei wird mit dem Körper quasi ein Tragflächenprofil simuliert um Vortrieb zu erzeugen, damit man von der gefährlichen
Felswand wechkommt.

So, zur Statistik ist zu sagen, daß Sport-Springen, ganz normal aus dem
Flugzeug, mit Lizenz, oder Tandem-Springen, mit zu den sichersten
Sportarten zählt.
OK, man braucht ein hohes Fachwissen, ne exzelente Ausbildung und viel
Übung, Disziplin und gesunde Selbsteinschätzung um dabei alt zu werden.
Und nüchtern und ohne Joint sollte es auch gehen. :wink:

In modernen Fallschirmsystemen ist ein Öffnungsautomat eingebaut, der,
wenn notwendig, in letzter Sekunde den Reserveschirm aktiviert, damit
man nicht einschlägt.
Soche Systeme sind in den Tandemschirmen ebenfalls vorgeschrieben.
Auch hat der Tandem-Master zwei identische Schirme hinten in seinem
Gepäck. Der Reserveschirm ist also exakt der Selbe wie der Hauptschirm.
Das Packen sieht für einen Laien sehr wild aus, ist aber keine Hexerei.
Vorausgesetzt man ist Herr seiner Sinne, arbeitet konzentriert, hat gutes
Material und spart nicht am falschen Fleck.
Ich selbst habe die Packer-Lizenz auch gehabt, habe z.B. die Reserve-
schirme für die Schüler,Tandem´s, und andere Lizenz-Springer auch
gepackt, und verplombt. Kann man alles lernen.
Wenn man in dem Sport Angst hat, seine fehlerhaft geöffnete Haupt-
kappe wegzuschmeißen und den Reserveschirm zu ziehen sollte man
lieber Motorrad fahren, oder Hallen-Schach spielen, oder sonst was
lustiges tun. Etwas Vertrauen ins eigene Können und ins Material muss
bei aller Vorsicht schon da sein.
Macht man alles richtig, passiert normalerweise auch nix schlimmes.
Ich selber hab fast 2000 Sprünge gemacht, ohne eine einzige Reserve.
OK, manchmal hat das Paket das oben rausschoß nur im entferntesten
Ähnlichkeit mit einem Fallschirm, aber ich konnte immer alles vor Ort
reparieren,beheben,steuern, um-tütteln, .......jedenfalls flog die Kiste
immer wieder. :twisted:

Da ich ja selber leidenschaftlicher und verrückter Mopped-Fahrer bin
versteh ich Eueren Drang nach Speed und Aktion nur zu gut. Aber
zynden ist Kindergeburtstag gegen das raushüpfen mit dem Tandem.
Mit Transponder nachgewiesene Beschleunigung mit einem durch-
schnittlich 80 Kilo schweren Passagier ergab bei der Messung:
Null auf 300 !!!!!! in lustigen FÜNF Sekunden !.
Wenn man dann einen erfahrenen Passagier vornedran hat( so wie ich
das Glück mit meiner Frau hatte), wo man nach den ersten fünf Sekunden
nicht direkt den Droque-Shut (das ist der kleine Stabilisierungsschirm, der
oben über einem schwebt, während des Freifalls) zieht, sondern sich mit
Passagier im Freifall auf den Kopf stellen kann, hat man nach weiteren
fünf Sekunden fast die 400 km/h Grenze erreicht. :twisted:
Dann muss man aber wirklich den Bremsschirm setzten, weil das fürs
Material eine abartige Belastung ist, und der Passagier schlicht und einfach
keine Luft mehr kriegt.
Mit diesem Schirmchen(Luftanker) fällt man normal mit ca. 200 km/, also
realistisch ca. 50 Sek. im Freifall und feuert dann (nur beim Tandem in
dieser Höhe) in 1500 mtr. Höhe die Wäsche an den Himmel. :wink:
Solospringer sollten ca. bei 700 bis 600 mtr. ziehen, damit noch Platz für
die Reserve bleibt.
Base-springer oder sonstige Scherze mit dem Schirm (Mein Münchner
Olympiaturm-Hüpfer war aus 170 mtr und direkt neben den Scheiben
des Drehrestaurants die Wäsche rausgeworfen) finden natürlich vieeeel
tiefer statt.(Gottseidank sind meine ganzen Straftaten und Verletzungen
des Luftrechts längst verjährt.)

Ich kann Dir abschließend nur raten, geh zu nem großen Springer-Club,
die auch ne große,leistungsstarke Turbinen-Maschine haben, lerne den
oder die Tandemmaster dort persönlich kennen,sind alles feine Jungs.
Und lass Dir so einen Sprung z.B. zum Geburtstag schenken, oder in-
vestier das Geld. Es lohnt sich auf alle Fälle und ist einfach nur Klasse.!

Sorry, ich bin abgeschweift, und hab mich jetzt festgequatscht und zu
viel geschrieben. Aber das Thema ist so facettenreich,interessant und
sehr mit dem Aufzynden "Seelenverwand" daß es eigentlich in das Forum
passt. Ich bin jetzt aber ruhig, eigentlich will ich ja von Euch viel übers
Mopped-Rennfahren lernen und selber mal ausprobieren.
Fallschirmspringen kann ich aus gesundheitlichen Gründen nimmer.
(Meine Frau ist froh !) :wink:

Ich hoffe ich konnte bissi Info rüberbringen..........
bis denne..........

Gas ist Rechts, und Gravitation ist immer unten!

Zzettie
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Beitrag von Michael »

Stoppie hat geschrieben: Allerdings nicht so teuer wie das Aufzynden. :D
LOL, kein Sport außer bekokst-dauerbumsen im Puff ist teurer als das Aufzünden :evil: :evil: :x :x :cry: :cry: :cry: :cry: :roll: :cry: :twisted:
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Beitrag von Bremsenix »

@Zzettie
Toller Bericht, danke ...

PS
Als ich Dein Foto oben sah, dachte ich zuerst, es wäre Jürgen W. :lol:
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