Seit meiner Rückkehr auf die Rennstrecke als langsamer just for fun Hobbypilot 2003 habe ich mich ziemlich intensiv mit dem Thema ABS-Systeme auf der Rennstrecke auseinander gesetzt.
Ich habe durch die Umrüstung der Federbeine vorn und hinten sowie Umbauarbeiten an meiner Gabel auf die Gleitrohre der HP2S und der Verwendung der vorderen HP2S Bremszangen (Brembo M4) sowie durch die Umrüstung der Hinterradbremse auf hydr. Daumenbremse einiges an Erfahrung mit der "Reaktion" des Systems auf Fahrwerks- und Bremsanlagen-Umbauten und die Feinheiten des Regelverhaltens gelernt.
Ohne das ich jetzt professionell fachkundig bin, habe ich mir doch etwas Wissen und Erfahrung angehäuft in der Zeit. Und aus dem Grunde kann ich sagen, das ich hier auf den letzten 4 Seiten sehr viele Aussagen gelesen habe, bei denen man merkt, das die Verfasser kaum etwas wissen. Jedenfalls weniger als ich.
lonzo hat das auch ganz richtig geschrieben: Wenn man schon nicht weiß, wie das System eigentlich funktioniert stochert man nur im Nebel.
Eigentlich kann man auf die sehr ungenaue Fehler- und Situationsbeschreibung nicht mehr sagen als es Jens schon auf Seite 1 geschrieben hat:
Mechanikerversagen = Bremsenversagen
Das ist wohl das Wahrscheinlichste. An einem halbwegs verantwortungsvoll gewarteten Motorrad ist kein ABS Sensor lose. Und ein Sensorkranz schon mal gleich gar niemals nicht.

Genauso gut könnte dieser Mechaniker auch an einer R1 sagen wir mal die Schwingenachse vergessen haben. Dann würde auch niemand über die angeblich unsichere Schwingenkonstruktion einer R1 diskutieren.....
Ich kann jetzt nur über meine Mühle reden, da die allerdings ein Bosch-Vorgängersystem an Bord hat, vermute ich mal, das diesbezüglich das Gleiche bei der S1000RR gilt wie bei meiner Mühle:
Wenn da einer der beiden Radsensoren so lose ist, das der maximale Abstand zum Sensorkranz überschritten wird und kein korrektes Signal mehr beim ABS Steuergerät ankommt, geht eine Meldung an die ZFE und das System geht auf Störung, d.h. ABS inaktiv. Das wird im Cockpit angezeigt. Es steht danach bei meinem Bosch-System die völlig normale mechanisch-hydraulische Bremskraft und -Wirkung zur Verfügung wie bei jeder hundsgemeinen Bremse mit einem radialen Magura 16er HBZ und einer 320mm Doppelscheibe mit Monobloc Brembo M4 Zangen.
Ohne das ein Bremshebel "wie festgeschweißt ist" , was immer man sich darunter nun vorstellen soll.
Nachdem BMW über die allergrößte Erfahrung mit Motorrad-ABS Systemen verfügt (ich glaube seit 1989) und ja mit dem bis 2004 verbauten FTE Teilintegral System einige schlechte Erfahrungen machte glaube ich das man ausschließen kann, das ein Bremssystem aufgrund einer Sensorstörung einen Bremsvorgang ganz verhindert. Das hört sich nach "Spinne -in-der-Yucca-Palme" oder schwangerer Jungfrau an.